Franz Schindler, der ehemalige Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des Rechts- und Verfassungsausschusses des Bayerischen Landtags und nichtberufsrichterliches Mitglied des Bayerischen Verfassungsgerichtshofs, beleuchtet einige Aspekte der Bayerischen Verfassung als Inbegriff einer humanistischen Leitkultur. Sein Thema: „Angesichts des Trümmerfeldes …“ - 80 Jahre Bayerische Verfassung von 1946. Bei allen bisherigen Jubiläen der Bayerischen Verfassung von 1946 sind Symposien, Empfänge und große Reden über die Entstehung und Relevanz der Verfassung und darüber gehalten worden, wie schön, fast poetisch sie doch ist. Die schönste Beschreibung stammt für Herrn Schindler jedoch von Herbert Prantl, der sie wie folgt charakterisiert hat:
„Sie ist sprachgewaltig, anrührend, pathetisch,
sie ist zärtlich und stolz,
edel und derb,
besorgt und mütterlich, gelegentlich ist sie auch komisch altertümlich,
sie ist christlich und sozialistisch,
bäuerlich und hausväterlich,
verzopft und dann (auch) wieder unglaublich modern“,
sie ist ein Abbild des bayerischen Landes von 1946,
die in Buchstaben geronnene Weltsicht von Männern und Frauen, die das Nazi-Regime erlebt und überlebt hatten,
sie wird in der internationalen Staatsrechtsliteratur als „Juwel“ und die menschenfreundlichste Verfassung der Welt bezeichnet und ist oft kopiert worden,
aber: Sie spielt fast keine Rolle … oder doch?
Kooperationsveranstaltung zwischen dem Amt für Kultur und Tourismus und der vhs Schwandorf.